Das Grauen geht um im Internet

Et voila – der letzte Hit im Netz.

Ich weiß nicht wie es Anderen geht, aber wenn ich mir dieses Video ansehe, kribbelt es an meinem ganzen Körper – es ist der blanke Horror. Noch schlimmer als das Video selber, ist aber, dass man es nicht abstellen kann. Man ist förmlich gezwungen, weiter zuzuhören und zuzuschauen.

Lang Verdrängtes bahnt sich seinen Weg, zurück ins Bewußtsein. Wie entsteht diese Faszination für dieses, auch wenn es wohl aus Russland kommt, hervorragende Beispiel für die furchtbare Unterhaltung der 70er?  Ist es diese lächerliche Musik oder das, aus heutiger Sicht, debile Gegrinse und Auftreten des Sängers? Ich denke, es ist, für all die, die alt genug sind die 70er miterlebt zu haben, die Erinnerung an die grauenvolle Fernsehunterhaltung dieser Zeit. Es gab (viele!) Leute, die so etwas “schön” und “unterhaltend” fanden. Dass dieses Lied keinen Text hat, macht keinen Unterschied. Die Texte der Schlager und Musicals, mit dehnen man früher gequält wurde, waren so oberflächlich, nichtssagend und hohl, dass man sie auch weglassen kann.

Ich schreie es heraus. Auch wenn Ihr Jüngeren es nicht glauben mögt, so einen Scheiß mussten wir uns früher tagtäglich im Fernsehen ansehen und ertragen!

Ok – ich weiß, heute gibt es DSDS, Big Brother, “Reality”-Dokus, Bauer sucht Frau, Punkt 12 und viele andere verdummende und manipulative Sendungen und “Formate” im Fernsehen. Aber wenigstens ist es heute sehr viel wahrscheinlicher, dass man, bevor das Gehirn zu bluten anfängt, umzuschalten kann und dabei doch noch etwas Wertvolleres findet.

Da könnt Ihr mal sehen, wie gut Ihr es heute habt. ;-)

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Der Künstler und sein Werk

© 2009 Aaron Johnson

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Nur Fliegen ist schöner

Ich mache nicht viele Worte, die Bilder sprechen für sich. Die Musik zu diesem Video kann man hier downloaden.

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Trau deinen Augen nicht!

Dass Fotos manipuliert werden können, sollte heute jedes Kind wissen. Dass computergenerierte Filme, immer perfektere neue Wirklichkeiten erzeugen können, kann man täglich im Kino und Fernsehen sehen.

Folgendes Video von Alex Roman habe ich auf Vimeo entdeckt. Auch wenn man es, zumindest zu Beginn, nicht sofort erkennt, es ist komplett computergeneriert. Alex Roman versucht, so beschreibt er es, Architektur durch eine fotografische Sichtweise zu illustrieren. Manchmal abstrakt und manchmal surreal.

Ich denke,es ist ihm gelungen. Man ist auf zweierlei Weise beeindruckt. Zum einen, dass die Bilder im Computer entstanden sind und zum anderen, dass er tatsächlich existierender Gebäude, u.a. Architekturperlen wie das Shiba Ryotaro Memorial Museum, das Brise Soleil, die Kunstinsel Naoshima, die Phillips Exeter Academy Library, oder das Forest Refuge am Fuji für diesen Film neu geschaffen hat. Diese Gebäude sind in der Realität schon großartig und imponierend, werden aber in diesem Video fast lebendig.

Am besten sieht man sich das Video direkt auf Vimeo in HD und als Vollbild an.

The Third & The Seventh from Alex Roman on Vimeo.

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Liebe in den Zeiten des Krieges

Es gibt Gegensätze, unvereinbare Lebensmodelle, unterschiedliche Philosophien, unterschiedliche religiöse Vorstellungen und – leider – geschieht es oft, dass solche Differenzen so unüberbrückbar werden, dass es zu kriegsähnlichen Zuständen kommt. Das ist wie progressiv gegen konservativ, Ost gegen West, Köln gegen Düsseldorf, Macs gegen PCs und das ist auch wie Canon gegen Nikon.

Besonders schlimm kann es werden, wenn sich zwei Angehörige der unterschiedlichen Gruppen finden und lieben lernen. Das kann so tragisch enden, wie die Geschichte von Romeo und Giulia. Aber manchmal gibt es auch ein Happy End.

P.S.

Die Glaubensfrage, welches System das bessere ist, findet nur in den Köpfen von Fotoamateuren statt, die mit ihrer Kamera zu wenig Zeit mit dem Fotografieren verbringen.

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Warst du auch schön brav?

© 2009 Aaron Johnson

© 2009 Aaron Johnson

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Herr Rakete und die Tiefenschärfe

Nach monatelangen Vorankündigungen ist es endlich soweit. Leica hat vor wenigen Tagen werbewirksam die erste Serienkamera seines neuen S2 Systems ausgeliefert und dazu noch folgenden Pressetext veröffentlicht:

Auslieferung der LEICA S2 pünktlich gestartet
Profifotograf Jim Rakete erhält die erste Serienkamera

Die Auslieferung der LEICA S2 hat begonnen. Der Versand des neuen professionellen Kamerasystems an den Handel ist damit zum angekündigten Zeitpunkt in der Kalenderwoche 50 gestartet. Die erste Kamera geht an den Berliner Fotografen Jim Rakete.

Jim Rakete zählt zu den renommiertesten Fotokünstlern Deutschlands. Er besticht vor allem mit einfühlsamen Porträts, für die er Musiker, Schauspieler, aber auch zahlreiche Politiker abgelichtet hat. Mit Leica Kameras verbindet ihn eine langjährige Freundschaft. Der erste Kontakt mit der S2 in diesem Jahr war für ihn bereits so intensiv, dass er sich spontan für den Kauf des Systems entschied. Jim Rakete: „Die S2 ist eine Kamera, die mich aufgrund ihrer Werkzeughaftigkeit nicht bevormundet. Sie liegt wie gegossen in der Hand und macht keine überflüssigen Angebote. Für mich ist sie ein Superlativ in digitaler Qualität – man kann endlich wieder Tiefenschärfe in den Bildern fühlen“.

Die LEICA S2 zeichnet sich durch die gelungene Kombination aus hoch auflösendem Bildsensor im eigens geschaffenen Leica Pro-Format mit kompletter Ausstattung vom Autofokus bis zum schnellen Maestro-Bildprozessor, einer robusten Bauweise und einer optimalen Größe und Bedienung aus. Die Summe ihrer Eigenschaften macht sie zu einem idealen Werkzeug für jeden Profifotografen, der Wert auf ein Kamerasystem legt, das ihm Flexibilität, Robustheit und Handlichkeit kombiniert mit höchster Bildqualität bietet.

Ich denke, wir können davon ausgehen, dass Jim Rakete für sein Exemplar der S2 kein Geld bezahlen musste. Seine Dankbarkeit für die Kamera und die Publicity für ihn, zeigte er nicht zuletzt mit einigen artigen Sprüchen. Aber was soll das, fragt sich jeder, was ist das für eine Zauberei von Leica, dass Herr Rakete endlich wieder “Tiefenschärfe” in den Bildern fühlen kann?

focus chart

focus test chart

Nun – zuerst sollte man, manche mögen es für kleinkariert halten, darauf hinweisen, dass die Schärfentiefe korrekt natürlich auch Schärfentiefe und nicht Tiefenschärfe heißt. Als Schärfentiefe bezeichnet man die Ausdehnung des Bereichs im Bild, der scharf abgebildet wird. Sie ist abhängig von der Blende (je größer desto mehr), der Brennweite (je kürzer desto mehr) und der Größe des Negativ- oder Sensorformats (je kleiner desto mehr).

Hier kann man nun den ersten Hintergrund seiner seltsamen Bemerkung über die Schärfentiefe vermuten. Jim Rakete war bisher bekannt dafür, dass er der digitalen Fotografie recht kritisch gegenüber stand. Als alter Hase, der analog mit Mittel- und Großformatkameras fotografiert, deren Negative eine Größe von 4,5x6 cm, 6x6 cm oder 6x9 cm beim Mittelformat und noch viel größer beim Großformat haben, haben seine bisherigen Bilder allein schon aus physikalischen Gründen eine geringere Schärfentiefe. Die S2 hat indessen nur einen Sensor mit  einer Größe von 30x45 mm (mit 37,5 Megapixel). Herr Rakete mag so “endlich wieder Tiefenschärfe in den Bildern fühlen”, mit einer Kleinbild-DSLR hätte er noch mehr Schärfentiefe.

Zusätzlich sollen sich die neuen Objektive durch “höchsten Kontrast und feinste Zeichnungen bis in die Bildecken” auszeichnen, sodass “bereits bei der Aufnahme perfekt” keine nachträgliche Bearbeitung per Software nötig ist. Durch den, hier versprochenen, geringeren Bedarf an Nachschärfung bliebe natürlich auch der Verlauf der Unschärfe natürlicher.

Das wirklich besondere an der S2, ist ihre Form. Statt der, durch verschieden austauschbare  Komponenten, eher klobig anmutenden Aussehens anderer Mittelformatkameras, sieht  sie wie eine Kleinbildspiegelreflexkamera aus. Diese Form vereinfacht durchaus die Handhabung und könnte Jim Rakete zu seiner Aussage von der “Werkzeughaftigkeit, die ihn nicht bevormundet” bewegt haben.

Allerdings könnte diese “kleinbildartige” Form aber auch ein Handicap sein. Sie bedeutet mangelnde Flexibilität, weil sie ein noch geschlosseneres System darstellt, als zum Beispiel die Hasselblad H3DII, welche außerdem größere Sensoren, auch mit mehr Auflösung (bis 40,2×53,7 mm mit 60 Megapixel) und viel mehr Objektive und Zubehör bietet. Eine richtig offene Plattform bietet z.B. der Mitbewerber Phase One, bei der man auch Objektive verschiedener Hersteller oder unterschiedliche Datenrückteile mit Sensoren bis 40,4x53,9 mm mit 60,5 Megapixeln benutzen kann. Bei der S2 kann man nicht einfach mal das Datenrückteil austauschen, wenn in wenigen Jahren wieder bessere Sensoren auf den Markt kommen.

Der Body wird in zwei Varianten angeboten. Der S2 (18.600 € ) und der S2-P (S-Kamera mit Saphirglas und inklusive Platinum Service Paket für 22.200 €). Mit den bisher angebotenen 4 Objektiven (mit Zentralverschluss) mit 35 mm, 70 mm, 120 mm und 180 mm kostet das System über 41.000 €. Es bleibt abzuwarten, ob die S2, trotz ihrer  interessanten Form, gegen die etablierten Mitbewerber eine Chance hat.

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