Unverschämt teuer – aber genial!

Eigentlich ignoriere ich Werbung und lasse ich mich, so gut wie nie, von ihr beeinflußen. Aber manchmal kann sie mich doch aufhorchen lassen. Neugierig gemacht durch das folgende Werbevideo, bin ich das erste mal auf den R-Strap aufmerksam geworden:

In den USA kostet dieser Gurt 48 US$ (z.Zt. etwa 36 €). In Europa wird er allerdings, zumindest im Moment, für stolze 60 € (ggfls. + Versand) angeboten. 60 € für einen Kameragurt ist eigentlich unverschämt teuer. Allerdings sollte man sich den Gurt einmal näher ansehen.

Es gibt im Grunde drei Methoden Kameragurte zu benutzen:

1. Einfach den Gurt über eine Schulter hängen. – Das ist unbequem (einseitige Belastung) und unsicher, weil der Gurt mit der Kamera leicht abrutschen kann.

2. Um den Nacken hängen. – Das Gewicht zieht, besonders auch bei schweren Kamera-Objektiv-Kombinationen, ständig den Kopf nach vorne und weil man dagegen ankämpft, muß man spätetens nach 3 Stunden zum Chiropraktiker. (Abgesehen davon, sieht man mit einer Kamera vor dem Bauch auch ziemlich lächerlich aus)

3. Die in dem Video gezeigte. Dadurch, dass die Kamera so an der Seite getragen werden kann, wird der Schwerpunkt nach hinten und nach unten verlagert und ist so die bequemste Art das Gewicht zu tragen. Für diese dritte Methode waren aber bisher entweder die Gurte zu kurz oder es war unpraktisch, weil die Gurte an den Schlaufen, oben an den Kameras, befestigt waren. Insofern war zum einen ein Tragen auf dem Rücken, wie beim R-Strap, unmöglich und zum anderen die Handhabung der Kamera umständlich.

Beim R-Strap ist das anders. Ich habe ihn ausprobiert und war (nach Sekunden!) begeistert. Der Gurt wird über einen Karabinerhaken an einen Ring, der in das Stativgewinde eingeschraubt ist, befestigt. Zusätzlich kann der Karabinerhaken frei über den Gurt gleiten. Meine Kleinbild-DSLR wiegt, abhängig vom Objektiv, 1,2 bis über 2 kg. Noch nie habe ich die Kamera so bequem transportieren und händeln können. Die andere, recht ungewöhnliche, Art der Befestigung an der Kamera hat zusätzlich den Effekt, dass der Gurt nicht mehr beim fotografieren stört. Bisher hing dieser gerne mal vor dem Sucher oder dem Objektiv. Die von dem Hersteller so hervorgehobene Schnelligkeit, mit der man die Kamera greifen und auslösen kann, ist meines erachtens (außer für Schüsse auf plötzlich auftauchende und sich schnell bewegende Objekte ;-) ) unnötig und damit vernachlässigbar.

Ob man jetzt 60 € für einen Kameragurt ausgeben möchte, muss jeder selber wissen. Ich habe mir einen gekauft und habe es bisher nicht bereut.

Hier noch ein zweites Werbevideo, in dem der Gurt noch etwas ausführlicher erklärt wird:

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