Die Deutsche Bahn und die Vorhängeschlösser der Liebe

Padlocks of Love

Love Padlocks // © Axel Setzer

Volkskundler des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) waren notwendig um ein “Phänomen” zu erforschen, welches sich auf einer Brücke in Köln ereignet. Auf der Hohenzollernbrücke, einer Eisenbahnbrücke, findet man seit einigen Monaten an einem Gitterzaun angebrachte Vorhängeschlösser. Auf ihnen sind jeweils zwei Namen entweder mit Filzstift aufgeschrieben oder, nicht selten, sogar eingraviert. Die Deutsche Bahn, zuständig für diese Brücke, hatte zunächst nicht viel für diese “Sachbeschädigung” übrig. Zu Beginn wurden immer wieder Bahnmitarbeiter ausgeschickt, um die Schlösser aufzubrechen und zu entfernen. Man kann sie gut vor sich sehen, wie sie, mit Seitenschneidern bewaffnet, ausschwärmten und ans Werk gingen.

Die Forscher aber fanden heraus, was offensichtlich war. Es handelt sich um eine Nachahmung eines neuartigen Brauches, den man inzwischen in vielen Städten findet. Liebespaare bringen gemeinsam, meist an Brücken, ein Vorhängeschloss an und werfen anschließend den Schlüssel in den Fluß. Mittlerweile haben sich die Schlösser, wie in anderen Städten, auch zu einer richtigen Touristenattraktion entwickelt und an manchen Tagen kann man Menschenmassen beobachten, die sich die Schlösser näher ansehen.

Padlocks of Love 2

Vorhängeschlösser der Liebe // © Axel Setzer

Aufgeklärt durch den LVR (und vielleicht auch um dem schlechten Image des Unternehmens entgegen zu wirken) versprach nun im Januar ein Bahnsprecher, dass, “solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet ist”, die Schlösser vorläufig hängen bleiben können.

Immerhin sind in Rom auf der Ponte Milvio schon Laternenmaste unter der Last von tausenden Lucchetti dell’amore umgeknickt. Dort wurden die Schlösser deshalb verboten. Inzwischen gibt es aber eine Webseite, mit deren Hilfe man virtuelle Vorhängeschlösser an der Ponte Milvio anbringen kann. Moderne Bräuche können auch modern vollzogen werden.

Das Bild im Fotoblog öffnen.

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Gezwitscher