Photokina 2012

© Axel Setzer

Alle 2 Jahre pilgern Geschäftsleute, Fotoamateure und Profis aus aller Welt zur Photokina. Wie jedes Mal, kann man die die übliche Jagd nach Prospekten, Taschen, Kullis, Gummibärchen und vielem mehr beobachten. Über die Neuigkeiten ist man, sofern es einen interessiert, eigentlich schon vorher durch die Medien informiert worden und man sollte, soweit möglich, wie auf jeder Messe, langsam durch die Hallen schlendern und die Eindrücke genießen. Schließlich hat man, wenn man alles sehen will, einige Kilometer zurück zu legen. Wichtig für Viele ist jedoch, dass man Hand anlegen kann, an neuer Ausrüstung. Von allen Seiten hört man das Auslösen von Kameraverschlüssen.

© Axel Setzer

Mir persönlich gefällt die Photokina aber auch aus einem anderen Grund. Es sind die fantastischen Fotos, die man zu sehen bekommt! Wieder hatten viele Anbieter mehr oder weniger große Ausstellungen auf ihren Ständen. Alleine für all diese nicht selten großartigen Bilder, sollte man einen ganzen Tag auf der Messe verbringen.

© Axel Setzer

Besonders möchte ich mich noch einmal bei dem Mann von BlackRapid bedanken, der, nachdem er bemerkt hat, dass ich ein älteres Modell des R-Straps trug, mir, ohne dass ich danach gefragt hatte, einen neuen Gurt, mit neuem Fastener und besserem Karabiner, im Wert von ca. 70 € schenkte. “Für einen treuen Kunden”, sagte er.


I want to thank again the nice guy from BlackRapid, who, after recognizing that I wore the older model of the R-Strap, gave me, without me asking for it, a brand new strap with an extension, the new fastener, and better carabiner worth about 70 € for free. “For a loyal customer”, he said.
What a pleasant surprise and I have to say:

Sir, you made my day!

Keine Qual der Wahl

© Aaron Johnson

Michael Levin in Japan

Fotografieren ist nicht selten eine komplizierte Angelegenheit und ich bin schon des längeren auf der Suche nach einem Video, welches, zumindest ein bißchen, diesen Prozess wiedergibt. Folgendes Video ist mir bei dieser Suche aufgefallen. In diesem kurzen Video dokumentiert Brad Kremer den kanadischen Fotografen Michael Levin, bei einigen seiner Aufnahmen in Japan. Es ist Schade, dass es so kurz ist und leider nur wenig die Langwierigkeit und Umstände erahnen läßt, die eine einzige Aufnahme bedeuten kann. Jedoch glaube ich, dass es sehenswert ist.

Häufig fotografiert Michael Levin an Gewässern, wo er, mithilfe von Langzeitbelichtungen, das Wasser fast verschwinden lassen kann, sodass die eigentlichen Motive in einer milchig nebeligen Substanz zu ruhen scheinen. Ein Effekt der vielen seiner Bilder eine surreale Stimmung verleiht und auf das Wesentliche konzentriert. Dass er eigentlich fast nur in schwarz/weiss fotografiert (ich habe noch nie ein Farbfoto von ihm gesehen) verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich. Vielleicht fotografiert er deshalb so gerne in Japan. Seine meist minimalistischen Bilder wirken sehr von japanischer Kunst und Design inspiriert.

Natürlich ist ein Betrachten des Videos in Vollbild ein Muss!

“>KI: Michael Levin from r”>Brad Kremer on Vimeo.

Böse Überraschung

© Aaron Johnson

Das Teleobjektiv

Teleobjektive können ein starkes Werkzeug sein. Sie holen Entferntes näher und lassen es größer erscheinen und verändern so die Perspektive und den subjektiven Blickwinkel.

Hier habe ich zwei eindrucksvolle Beispiele für den Einsatz von Teleobjektiven. Beide Videos sind hier auf unserem Planeten gefilmt worden, doch könnten sie gegensätzlicher nicht sein.

Zuerst haben wir hier eine kurze Aufnahme, einen kurzen Ausschnitt aus unserer modernen globalisierten Welt:

“>CHINA CARGO. from e”>California is a place. on Vimeo.

Und hier die Aufnahmen eines indigenen Stammes im Amazonas, der wahrscheinlich, außer zu Nachbarstämmen, noch nie einen Kontakt zur Welt hatte. Um diese Menschen zu schützen und möglichst nicht zu stören, werden diese aus Flugzeugen, mittels Teleobjektiven mit langer Brennweite, beobachtet.

Aber man sieht in ihren Gesten und ihrer Mimik, dass alleine die Flugzeuge am Himmel sie erschrecken und mit Sicherheit ihr Leben beeinflußen.

“>Uncontacted Amazon Tribe: First ever aerial footage from “>Survival International on Vimeo.

Profi bei der Arbeit

© 2009 Aaron Johnson

Früher war alles besser

Ich weiß, dieses Gefühl hat wohl eher psychologische und neurologische Gründe. Früher war eben nicht alles besser, sondern die negativen Gefühle in unseren Erinnerungen, werden vom Gehirn ausgefiltert.

Zuletzt hatte ich dieses “Früher war alles besser“-Gefühl, als ich mir, nach langer Zeit, meine erste Spiegelreflexkamera ansah – meine Pentax MX. Ich weiß nicht mehr genau, wieviele Monate ich damals gespart hatte, damit ich sie mir endlich kaufen konnte. Ich weiß nur noch, dass es ziemlich lange gedauert hat und so war die Begeisterung, die Kamera dann endlich in den Händen zu halten, natürlich besonders groß. Was habe ich nicht alles mit ihr erlebt? Auf so vielen großartigen Reisen hat sie mich begleitet und was für tolle Bilder habe ich dort und Zuhause mit ihr gemacht. Sicher, die Nikon F3HP, die ich später hatte war, technisch gesehen, um vieles besser – ein Quantensprung. Aber es war halt nicht meine erste SLR, obwohl ihr, wie der Pentax ein anderes Fotografieren als mit heutigen DSLRs anhaftet.

Beide sind analoge Kameras und die analogen Fotografie bedeutet halt, dass man anders fotografiert. Wegen der, im Gegenteil zu Photoshop und Konsorten, doch sehr eingeschränkten Möglichkeiten der Nachbearbeitung ist man, egal ob es die Belichtung, Komposition oder den Bildaufbau angeht, immer gezwungen genauer und besser zu fotografieren, als wie es digital notwendig ist. Heute kann man noch aus so mancher (‘tschuldigung) Scheißaufnahme so einiges herausholen und doch die eine oder andere positive Überraschung zaubern. So kommt es auch, dass man wirklich gute Fotografen daran erkennt, dass sie nicht nur mit umfangreichen Equipment, sondern auch mit einfachen Möglichkeiten oder Kameras und halt auch analog, großartige Bilder machen können.

Aber die digitale Fotografie ist bequem. Wenn früher der Familienvater seinen Film endlich zum Entwickeln gegeben hat kam es nicht selten vor, dass Ostern, der Ausflug ins Phantasialand und Weihnachten gemeinsam auf diesen 36 Fotos zu finden waren. Dank der digitalen Möglichkeiten wird heute viel mehr (zuviel?) als früher fotografiert und fast kann man meinen, dass der Tod der analogen Fotografie nur noch eine Frage der Zeit ist. Viele Hersteller von Filmen haben ihre Produktionen gedrosselt oder teilweise schon ganz eingestellt. Nur noch die Nachfrage von einigen Profis, Fotokünstlern und den, weltweit doch immer zahlreicheren Lomografen und Jüngern der Holga, hält diesen Bereich noch am Leben.

Ich gebe zu, es ist schon länger her, dass ich einen Film belichtet habe. Meine Pentax und meine F3 haben mich aber wieder verzaubert. Ich werde mir heute noch ein paar Filme kaufen.

Pentax MX

Pentax MX // © Axel Setzer

Gezwitscher