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Dass Fotos manipuliert werden können, sollte heute jedes Kind wissen. Dass computergenerierte Filme, immer perfektere neue Wirklichkeiten erzeugen können, kann man täglich im Kino und Fernsehen sehen. Folgendes Video von Alex Roman habe ich auf Vimeo entdeckt. Auch wenn man es, zumindest zu Beginn, nicht sofort erkennt, es ist komplett computergeneriert. Alex Roman versucht, so beschreibt er es, Architektur durch eine fotografische Sichtweise zu illustrieren. Manchmal abstrakt und manchmal surreal. Ich denke,es ist ihm gelungen. Man ist auf zweierlei Weise beeindruckt. Zum einen, dass die Bilder im Computer entstanden sind und zum anderen, dass er tatsächlich existierender Gebäude, u.a. Architekturperlen wie das Shiba Ryotaro Memorial Museum, das Brise Soleil, die Kunstinsel Naoshima, die Phillips Exeter Academy Library, oder das Forest Refuge am Fuji für diesen Film neu geschaffen hat. Diese Gebäude sind in der Realität schon großartig und imponierend, werden aber in diesem Video fast lebendig. Am besten sieht man sich das Video direkt auf Vimeo in HD und als Vollbild an. The Third & The Seventh from Alex Roman on Vimeo. Es gibt Gegensätze, unvereinbare Lebensmodelle, unterschiedliche Philosophien, unterschiedliche religiöse Vorstellungen und – leider – geschieht es oft, dass solche Differenzen so unüberbrückbar werden, dass es zu kriegsähnlichen Zuständen kommt. Das ist wie progressiv gegen konservativ, Ost gegen West, Köln gegen Düsseldorf, Macs gegen PCs und das ist auch wie Canon gegen Nikon. Besonders schlimm kann es werden, wenn sich zwei Angehörige der unterschiedlichen Gruppen finden und lieben lernen. Das kann so tragisch enden, wie die Geschichte von Romeo und Giulia. Aber manchmal gibt es auch ein Happy End.
P.S. Die Glaubensfrage, welches System das bessere ist, findet nur in den Köpfen von Fotoamateuren statt, die mit ihrer Kamera zu wenig Zeit mit dem Fotografieren verbringen. Nach monatelangen Vorankündigungen ist es endlich soweit. Leica hat vor wenigen Tagen werbewirksam die erste Serienkamera seines neuen S2 Systems ausgeliefert und dazu noch folgenden Pressetext veröffentlicht:
Ich denke, wir können davon ausgehen, dass Jim Rakete für sein Exemplar der S2 kein Geld bezahlen musste. Seine Dankbarkeit für die Kamera und die Publicity für ihn, zeigte er nicht zuletzt mit einigen artigen Sprüchen. Aber was soll das, fragt sich jeder, was ist das für eine Zauberei von Leica, dass Herr Rakete endlich wieder “Tiefenschärfe” in den Bildern fühlen kann? ![]() Focus Test Chart // © Axel Setzer Nun – zuerst sollte man, manche mögen es für kleinkariert halten, darauf hinweisen, dass die Schärfentiefe korrekt natürlich auch Schärfentiefe und nicht Tiefenschärfe heißt. Als Schärfentiefe bezeichnet man die Ausdehnung des Bereichs im Bild, der scharf abgebildet wird. Sie ist abhängig von der Blende (je größer desto mehr), der Brennweite (je kürzer desto mehr) und der Größe des Negativ- oder Sensorformats (je größer desto mehr). Hier kann man nun den ersten Hintergrund seiner seltsamen Bemerkung über die Schärfentiefe vermuten. Mit “Tiefenschärfe in den Bildern fühlen” meint er vielleicht, dass man sich durch einen Mangel an Schärfentiefe, dieser mehr bewußt wird und den Effekt eher sehen kann. Jim Rakete war bisher bekannt dafür, dass er der digitalen Fotografie recht kritisch gegenüber stand. Als alter Hase, der analog mit Mittel- und Großformatkameras fotografiert, haben seine bisherigen Bilder allein schon aus physikalischen Gründen eine größere Schärfentiefe. Die S2 hat indessen nur einen Sensor mit einer Größe von 30×45 mm (mit 37,5 Megapixel). Herr Rakete mag so “endlich wieder Tiefenschärfe in den Bildern fühlen”, mit einer Kleinbild-DSLR hätte er noch weniger Schärfentiefe, die er so besser hätte fühlen können. Zusätzlich sollen sich die neuen Objektive durch “höchsten Kontrast und feinste Zeichnungen bis in die Bildecken” auszeichnen, sodass “bereits bei der Aufnahme perfekt” keine nachträgliche Bearbeitung per Software nötig ist. Durch den, hier versprochenen, geringeren Bedarf an Nachschärfung bliebe natürlich auch der Verlauf der Unschärfe natürlicher. Das wirklich besondere an der S2, ist ihre Form. Statt der, durch verschieden austauschbare Komponenten, eher klobig anmutenden Aussehens anderer Mittelformatkameras, sieht sie wie eine Kleinbildspiegelreflexkamera aus. Diese Form vereinfacht durchaus die Handhabung und könnte Jim Rakete zu seiner Aussage von der “Werkzeughaftigkeit, die ihn nicht bevormundet” bewegt haben. Allerdings könnte diese “kleinbildartige” Form aber auch ein Handicap sein. Sie bedeutet mangelnde Flexibilität, weil sie ein noch geschlosseneres System darstellt, als zum Beispiel die Hasselblad H3DII, welche außerdem größere Sensoren, auch mit mehr Auflösung (bis 40,2×53,7 mm mit 60 Megapixel) und viel mehr Objektive und Zubehör bietet. Eine richtig offene Plattform bietet z.B. der Mitbewerber Phase One, bei der man auch Objektive verschiedener Hersteller oder unterschiedliche Datenrückteile mit Sensoren bis 40,4×53,9 mm mit 60,5 Megapixeln benutzen kann. Bei der S2 kann man nicht einfach mal das Datenrückteil austauschen, wenn in wenigen Jahren wieder bessere Sensoren auf den Markt kommen. Der Body wird in zwei Varianten angeboten. Der S2 (18.600 € ) und der S2-P (S-Kamera mit Saphirglas und inklusive Platinum Service Paket für 22.200 €). Mit den bisher angebotenen 4 Objektiven (mit Zentralverschluss) mit 35 mm, 70 mm, 120 mm und 180 mm kostet das System über 41.000 €. Es bleibt abzuwarten, ob die S2, trotz ihrer interessanten Form, gegen die etablierten Mitbewerber eine Chance hat.
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