Solidarität mit Japan

Welche Worte kann man, angesichts der unfassbaren Katastrophe, finden? Ein Jahrhundert-Erdbeben, ein gewaltiger Tsunami und, um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen, der atomare GAU oder eventuell auch Super-GAU.

Zehntausende Menschen sind ums Leben gekommen und in vielen Gebieten sind Dörfer, Städte und Infrastrukturen zerstört oder verstrahlt. Eine Wirtschafts- und Kulturnation ist schwer verletzt, aber die Menschen zeigen eine, für unsere Augen, erstaunliche und bewunderswerte Ruhe und Disziplin.

Es wird sicher viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis Japan dieses Unglück überwunden hat. Ich wünsche den betroffenen Menschen alles Gute auf ihren Weg dahin.

Das Teleobjektiv

Teleobjektive können ein starkes Werkzeug sein. Sie holen Entferntes näher und lassen es größer erscheinen und verändern so die Perspektive und den subjektiven Blickwinkel.

Hier habe ich zwei eindrucksvolle Beispiele für den Einsatz von Teleobjektiven. Beide Videos sind hier auf unserem Planeten gefilmt worden, doch könnten sie gegensätzlicher nicht sein.

Zuerst haben wir hier eine kurze Aufnahme, einen kurzen Ausschnitt aus unserer modernen globalisierten Welt:

CHINA CARGO. from California is a place. on Vimeo.

Und hier die Aufnahmen eines indigenen Stammes im Amazonas, der wahrscheinlich, außer zu Nachbarstämmen, noch nie einen Kontakt zur Welt hatte. Um diese Menschen zu schützen und möglichst nicht zu stören, werden diese aus Flugzeugen, mittels Teleobjektiven mit langer Brennweite, beobachtet.

Aber man sieht in ihren Gesten und ihrer Mimik, dass alleine die Flugzeuge am Himmel sie erschrecken und mit Sicherheit ihr Leben beeinflußen.

Uncontacted Amazon Tribe: First ever aerial footage from Survival International on Vimeo.

Früher war alles besser

Ich weiß, dieses Gefühl hat wohl eher psychologische und neurologische Gründe. Früher war eben nicht alles besser, sondern die negativen Gefühle in unseren Erinnerungen, werden vom Gehirn ausgefiltert.

Zuletzt hatte ich dieses “Früher war alles besser“-Gefühl, als ich mir, nach langer Zeit, meine erste Spiegelreflexkamera ansah – meine Pentax MX. Ich weiß nicht mehr genau, wieviele Monate ich damals gespart hatte, damit ich sie mir endlich kaufen konnte. Ich weiß nur noch, dass es ziemlich lange gedauert hat und so war die Begeisterung, die Kamera dann endlich in den Händen zu halten, natürlich besonders groß. Was habe ich nicht alles mit ihr erlebt? Auf so vielen großartigen Reisen hat sie mich begleitet und was für tolle Bilder habe ich dort und Zuhause mit ihr gemacht. Sicher, die Nikon F3HP, die ich später hatte war, technisch gesehen, um vieles besser – ein Quantensprung. Aber es war halt nicht meine erste SLR, obwohl ihr, wie der Pentax ein anderes Fotografieren als mit heutigen DSLRs anhaftet.

Beide sind analoge Kameras und die analogen Fotografie bedeutet halt, dass man anders fotografiert. Wegen der, im Gegenteil zu Photoshop und Konsorten, doch sehr eingeschränkten Möglichkeiten der Nachbearbeitung ist man, egal ob es die Belichtung, Komposition oder den Bildaufbau angeht, immer gezwungen genauer und besser zu fotografieren, als wie es digital notwendig ist. Heute kann man noch aus so mancher (‘tschuldigung) Scheißaufnahme so einiges herausholen und doch die eine oder andere positive Überraschung zaubern. So kommt es auch, dass man wirklich gute Fotografen daran erkennt, dass sie nicht nur mit umfangreichen Equipment, sondern auch mit einfachen Möglichkeiten oder Kameras und halt auch analog, großartige Bilder machen können.

Aber die digitale Fotografie ist bequem. Wenn früher der Familienvater seinen Film endlich zum Entwickeln gegeben hat kam es nicht selten vor, dass Ostern, der Ausflug ins Phantasialand und Weihnachten gemeinsam auf diesen 36 Fotos zu finden waren. Dank der digitalen Möglichkeiten wird heute viel mehr (zuviel?) als früher fotografiert und fast kann man meinen, dass der Tod der analogen Fotografie nur noch eine Frage der Zeit ist. Viele Hersteller von Filmen haben ihre Produktionen gedrosselt oder teilweise schon ganz eingestellt. Nur noch die Nachfrage von einigen Profis, Fotokünstlern und den, weltweit doch immer zahlreicheren Lomografen und Jüngern der Holga, hält diesen Bereich noch am Leben.

Ich gebe zu, es ist schon länger her, dass ich einen Film belichtet habe. Meine Pentax und meine F3 haben mich aber wieder verzaubert. Ich werde mir heute noch ein paar Filme kaufen.

Pentax MX

Pentax MX // © Axel Setzer

Bilder aus der Vergangenheit

Wer kennt sie nicht, alte seltsam farbstichige Fotos aus der Vergangenheit? Der Urlaub, einst in der Kindheit, seltsam vertraut, aber die Bilder, von ganz weit weg – früher, zeigen eine Welt mit Grün-, Rot- oder Pinkstich.

Außerdem ist manches unscharf und verwackelt, manchmal auch seltsam zur Seite geneigt. Wie war das damals nur?

Folgendes Video wurde durch einen Fund von alten Polaroids, auf einem Flohmarkt, angeregt.

it’s a small world from axel roessler on Vimeo.

Not my president!

Liebe Mutti Merkel,

na, das war aber eine schwere Geburt.

Nein, Du lässt dich nicht beirren. Auch wenn zuerst über vierzig Abgeordnete aus Deiner eigenen Koalition gegen Deine Wahl und damit auch gegen Dich gestimmt haben. Wichtig ist, was am Ende heraus kommt, nicht war?

Egal, dass die Mehrheit des Volkes viel lieber Joachim Gauck in diesem Amt gesehen hätte, weil er mehr Ausstrahlung und ein Rückgrad hat. Du brauchst Wulff und wir wissen ja alle, warum Du ihn als Kandidat auserkoren hast. Du brauchst in Zukunft einen Präsidenten, der ohne zu murren alle Deine Gesetze abnickt. Köhler hatte da ja ein paar mal zu oft gezögert.
Manche sagen auch, dass Du ihn auch auserwählt hast, weil Du so noch, nach Merz, Koch oder Rüttgers, einen weiteren Konkurrenten im eigenen Hause loswerden konntest. Naja, ob Wulff wirklich ein Konkurrent hätte werden können?

Du wirst es bestimmt noch einige Male wiederholen. Ja, du beherrschst das Streuen von Sand, in die Augen Vieler. Wie ging der Spruch noch mal? Ja genau: “Christian Wulff wird ein Präsident für alle Deutschen sein.”

Nun, – ich sage dazu – au contraire!

Mutti, dieser blasse, weil aalglatte Berufspolitiker mit seiner, obwohl Katholik, bisher kaum beachteten kuriosen Tätigkeit bei christlichen Fundamentalisten*, wird niemals von der Mehrheit der Menschen anerkannt. Mir schaudert’s schon, wenn ich daran denke, wie er seine, aus leeren Worthülsen bestehenden, Ansprachen mit seinem dummen Grinsen im Gesicht vorträgt. Brrrrr.
Da hilft auch nicht, dass er eine junge und “attraktive” Ehefrau hat, wie jetzt so gerne in den Medien kolpotiert wird (Wow, cool – jetzt sogar eine First Lady mit einem super hippen Tatoo!), um die Menschen zu beruhigen und ihnen Deine Wahl zu verkaufen.

Christian Wulff ist nicht mein Präsident. Ich und sehr viele andere Menschen erkennen diese kalkuliert und undemokratisch eingesetzte Fragwürdigkeit nicht als unser Staatsoberhaupt an.

Mutti, ich und viele andere sind zum Glück zuversichtlich, dass Du diese Legislaturperiode nicht überstehen wirst. Besonders Guido macht, mit seiner lustigen neoliberalen Schar, ja alles um eure Traumkoalition abzuwirtschaften. Fleißig seid Ihr dabei die Gesellschaft zu spalten, Menschen und ihre Familien zu ruinieren, dreist den besser besser Besserverdienern das Geld in die Taschen zu schaufeln, welches Ihr den Armen genommen habt, das außenpolitische Ansehen Deutschlands in der Welt zu zerstören und sonst auch alles zu tun, was Euch die Lobbyisten sagen.
(Ich weiß, Schroeder hat das auch gemacht. Nun, das macht es nicht besser und, wenn wir ehrlich sind, Ihr strengt Euch dabei besonders an)

Mutti, Deine Tage an der Macht (die Dein ganzer Lebensinhalt ist und die Du mit allen Mitteln zu verteidigen und auszubauen versuchst) sind gezählt. Irgendwann funktioniert das nicht mehr, mit dem Aussitzen.

Und weißt Du was das schönste ist? Wir können uns schon auf den kommenden Treppenwitz der Geschichte freuen:

Wulff wird der Bundespräsident sein, der Dir und Deinen unfähigen Konsorten die Entlassungsurkunden in die Hand drücken wird!

Ich kann es kaum erwarten.

* Christian Wulf gehört zum Kuratorium der evangelikalen Missionsbewegung ProChrist, die sich u.a. durch Schwulenhetze hervortut. Weitere Anliegen, dieser und ähnlicher Gruppen ist, neben dem Missionieren, das Ereifern gegen Abtreibung und für (den lächerlichen) Kreationismus. Es wird auch von Bedrohungen gegenüber kritische Journalisten, durch diese Gruppe berichtet. Auch wenn er wegen seines neuen Amtes (nach Druck von außen) vielleicht dort austreten sollte, muß er ja trotzdem deren wirres Weltbild vertreten. Wie kann ein solcher Mensch “unser Präsident” sein?

Nein, ich sitze gerade nicht auf dem Klo

Ich sitze gerade in einem Café und schreibe, weil ich mein Notebook nicht dabei habe, meinen ersten Artikel mit einem Handy und werde ihn auch gleich von hier veröffentlichen.
Man könnte meinen, dass das fast schon was von Twitter hat. Aber natürlich fehlt hier die Beschränkung auf 140 Zeichen und Artikel in einem Blog zwingen einen durch die Quantität zu mehr Qualität. Man wird nicht zu Tweets verführt, wie:

Sitze grad aufm Klo und frage mich – warum kommt da nichts?

Die Welt will nichts von mobilen Schreibblockaden und anderen Alltäglichkeiten wissen. Das ist auch der Grund, weshalb auch viele Netcitizens Twitter links liegen lassen. Auch die Peinlichkeiten von Celebrities, Anbiederungen von Politikern oder Ergüsse anderer Gruppen interessieren selten.
Positiv finde ich lediglich die Möglichkeiten dieses Mediums, wichtige Nachrichten von unterwegs zu verbreiten – Augenzeugenberichte von Leuten über Ereignisse, Katastrophen oder Erstaunlichem. Und ich warte auf den Tweet, der der Welt mitteilt:

Leute, die Bundesregierung ist soeben zurück getreten!

Die Möglichkeiten sind da und mal sehen, ob ich in Zukunft in die Lage komme, so dringend von unterwegs mit dem Handy bloggen zu müßen (möchten?).

Das Grauen geht um im Internet

Et voila – der letzte Hit im Netz.

Ich weiß nicht wie es Anderen geht, aber wenn ich mir dieses Video ansehe, kribbelt es an meinem ganzen Körper – es ist der blanke Horror. Noch schlimmer als das Video selber, ist aber, dass man es nicht abstellen kann. Man ist förmlich gezwungen, weiter zuzuhören und zuzuschauen.

Lang Verdrängtes bahnt sich seinen Weg, zurück ins Bewußtsein. Wie entsteht diese Faszination für dieses, auch wenn es wohl aus Russland kommt, hervorragende Beispiel für die furchtbare Unterhaltung der 70er?  Ist es diese lächerliche Musik oder das, aus heutiger Sicht, debile Gegrinse und Auftreten des Sängers? Ich denke, es ist, für all die, die alt genug sind die 70er miterlebt zu haben, die Erinnerung an die grauenvolle Fernsehunterhaltung dieser Zeit. Es gab (viele!) Leute, die so etwas “schön” und “unterhaltend” fanden. Dass dieses Lied keinen Text hat, macht keinen Unterschied. Die Texte der Schlager und Operetten, mit denen man früher gequält wurde, waren so oberflächlich, nichtssagend und hohl, dass man sie auch weglassen kann.

Ich schreie es heraus. Auch wenn Ihr Jüngeren es nicht glauben mögt, so einen Mist mussten wir uns früher tagtäglich im Fernsehen ansehen und ertragen!

Ok – ich weiß, heute gibt es DSDS, Big Brother, “Reality”-Dokus, Bauer sucht Frau, Punkt 12 und viele andere verdummende und manipulative Sendungen und “Formate” im Fernsehen. Aber wenigstens ist es heute sehr viel wahrscheinlicher, dass man, bevor das Gehirn zu bluten anfängt, umzuschalten kann und dabei doch noch etwas Wertvolleres findet.

Da könnt Ihr mal sehen, wie gut Ihr es heute habt. ;-)

Tags