Es wird Zeit

Verwundert beobachteten wir den scheinbar mangelnden Widerstand in Japan, nach der Katstrophe von Fukushima. “Es ist halt eine andere Mentalität” wurde uns in den letzten Monaten erklärt.

Ja, es ist eine andere Mentalität – eine Kultur in der Kritik nicht erwünscht ist, weil sie als unschicklich gilt. Nichtdestotrotz regt sich nun langsam der Protest in der japanischen Gesellschaft. Waren es in den ersten Tagen noch wenige Hunderte, die durch Tokio zogen, gibt es ein halbes Jahr nach Fukushima immerhin schon 60.000.

Die Menschen wachen auf, die Vertuschung durch die Regierung und besonders durch den Betreiber TEPCO ist so offensichtlich, dass man, angesichts der dreisten Lügen, die der Öffentlichkeit aufgetischt werden, schon von einer Beleidigung des gesunden Menschenverstandes sprechen kann.

Der Widerstand war leise und ist, im Vergleich zu Europa, auch heute nur ein leises Flüstern. Doch, wie es aussieht wird er langsam lauter.

Solidarität mit Japan

Welche Worte kann man, angesichts der unfassbaren Katastrophe, finden? Ein Jahrhundert-Erdbeben, ein gewaltiger Tsunami und, um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen, der atomare GAU oder eventuell auch Super-GAU.

Zehntausende Menschen sind ums Leben gekommen und in vielen Gebieten sind Dörfer, Städte und Infrastrukturen zerstört oder verstrahlt. Eine Wirtschafts- und Kulturnation ist schwer verletzt, aber die Menschen zeigen eine, für unsere Augen, erstaunliche und bewunderswerte Ruhe und Disziplin.

Es wird sicher viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis Japan dieses Unglück überwunden hat. Ich wünsche den betroffenen Menschen alles Gute auf ihren Weg dahin.

Stille kann ein Aufschrei sein

Wir kennen sie doch alle. Leidige Stücke, wie “Last Christmas” oder “Do they know it’s Christmas”. All diesen so erfolgreichen Liedern ist gemeinsam, dass sie einst in der britischen Hitparade zu Weihnachten auf Platz 1 standen und später die ganze Welt eroberten und Vielen zum Inbegriff von Weihnachtsstimmung und anderen zum Gräuel wurden.

Doch wieder einmal regt sich Widerstand im Internet. Bereits im letzten Jahr, hat die Initiative “Rage Against The Machine” erfolgreich verhindert, dass der Gewinner, aus der Castinshow X-Factor, Joe McElderry, produziert (vom britischen Dieter Bohlen) Simon Cowell, dessen Titel in den Vorjahren immer automatisch auf Platz 1 gelangten, gewann. Man nutzte das Internet um die Menschen aufzufordern ein 17 Jahre alte Stück der Gruppe Rage Against The Machine zu kaufen, und das mit Erfolg. Das Stück “Killing in the Name”, der Crossover-Band, kam auf Platz 1 und der schmalzige Schmusesong nur auf den Zweiten.

Dieses Jahr versucht die Initiative “Cage Against The Machine” den Weihnachtsmarkt aufzumischen und hat sich dazu ein besonders subtiles Gegenstück ausgesucht. Es handelt sich um das Werk 4’33” des Komponisten John Cage. 4’33” dauert, wie der Name schon andeutet, 4 Minuten und 33 Sekunden und man hört 4 Minuten und 33 Sekunden – Stille!

Auf Facebook rufen die Akteure die Briten dazu auf, eine eigene Neuaufnahme von 4’33” zu kaufen. Bei Amazon kann man die Single und auch Remixes (mit Hintergrundgeräuschen, wie z.B. knisternden Schallplattennadeln) für 49 Pence oder ein Bundle mit der Single und einigen Remixes für sagenhaft günstige 79 Pence downloaden. Bei Erfolg, bringt man so zum Beispiel die Radiostationen, die den Nummer-1-Hit senden wollen, dazu, 4 Minuten 33 Sekunden Stille zu senden und so der Musikindustrie ihre Grenzen zu zeigen. Auch wenn man die Single und einige Remixe beim deutschen Amazon für 90 Cent downloaden kann, können wir leider bei diesem großartigen Anliegen nicht helfen. Es zählen natürlich nur Käufe in Großbritannien.

Ich freue mich schon auf den diesjährigen Weihnachtshit.

Flush

Warum dachte ich wohl an Die Kunst des Liebens von Erich Fromm, als ich dieses Video zum ersten mal sah? – Egal! Bitte sehr, ein Musikvideo und monty-pythoneskes Bildspektakel.

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“>Losers: Flush from “>Tom Werber on Vimeo.

Not my president!

Liebe Mutti Merkel,

na, das war aber eine schwere Geburt.

Nein, Du lässt dich nicht beirren. Auch wenn zuerst über vierzig Abgeordnete aus Deiner eigenen Koalition gegen Deine Wahl und damit auch gegen Dich gestimmt haben. Wichtig ist, was am Ende heraus kommt, nicht war?

Egal, dass die Mehrheit des Volkes viel lieber Joachim Gauck in diesem Amt gesehen hätte, weil er mehr Ausstrahlung und ein Rückgrad hat. Du brauchst Wulff und wir wissen ja alle, warum Du ihn als Kandidat auserkoren hast. Du brauchst in Zukunft einen Präsidenten, der ohne zu murren alle Deine Gesetze abnickt. Köhler hatte da ja ein paar mal zu oft gezögert.
Manche sagen auch, dass Du ihn auch auserwählt hast, weil Du so noch, nach Merz, Koch oder Rüttgers, einen weiteren Konkurrenten im eigenen Hause loswerden konntest. Naja, ob Wulff wirklich ein Konkurrent hätte werden können?

Du wirst es bestimmt noch einige Male wiederholen. Ja, du beherrschst das Streuen von Sand, in die Augen Vieler. Wie ging der Spruch noch mal? Ja genau: “Christian Wulff wird ein Präsident für alle Deutschen sein.”

Nun, – ich sage dazu – au contraire!

Mutti, dieser blasse, weil aalglatte Berufspolitiker mit seiner, obwohl Katholik, bisher kaum beachteten kuriosen Tätigkeit bei christlichen Fundamentalisten*, wird niemals von der Mehrheit der Menschen anerkannt. Mir schaudert’s schon, wenn ich daran denke, wie er seine, aus leeren Worthülsen bestehenden, Ansprachen mit seinem dummen Grinsen im Gesicht vorträgt. Brrrrr.
Da hilft auch nicht, dass er eine junge und “attraktive” Ehefrau hat, wie jetzt so gerne in den Medien kolpotiert wird (Wow, cool – jetzt sogar eine First Lady mit einem super hippen Tatoo!), um die Menschen zu beruhigen und ihnen Deine Wahl zu verkaufen.

Christian Wulff ist nicht mein Präsident. Ich und sehr viele andere Menschen erkennen diese kalkuliert und undemokratisch eingesetzte Fragwürdigkeit nicht als unser Staatsoberhaupt an.

Mutti, ich und viele andere sind zum Glück zuversichtlich, dass Du diese Legislaturperiode nicht überstehen wirst. Besonders Guido macht, mit seiner lustigen neoliberalen Schar, ja alles um eure Traumkoalition abzuwirtschaften. Fleißig seid Ihr dabei die Gesellschaft zu spalten, Menschen und ihre Familien zu ruinieren, dreist den besser besser Besserverdienern das Geld in die Taschen zu schaufeln, welches Ihr den Armen genommen habt, das außenpolitische Ansehen Deutschlands in der Welt zu zerstören und sonst auch alles zu tun, was Euch die Lobbyisten sagen.
(Ich weiß, Schroeder hat das auch gemacht. Nun, das macht es nicht besser und, wenn wir ehrlich sind, Ihr strengt Euch dabei besonders an)

Mutti, Deine Tage an der Macht (die Dein ganzer Lebensinhalt ist und die Du mit allen Mitteln zu verteidigen und auszubauen versuchst) sind gezählt. Irgendwann funktioniert das nicht mehr, mit dem Aussitzen.

Und weißt Du was das schönste ist? Wir können uns schon auf den kommenden Treppenwitz der Geschichte freuen:

Wulff wird der Bundespräsident sein, der Dir und Deinen unfähigen Konsorten die Entlassungsurkunden in die Hand drücken wird!

Ich kann es kaum erwarten.

* Christian Wulf gehört zum Kuratorium der evangelikalen Missionsbewegung ProChrist, die sich u.a. durch Schwulenhetze hervortut. Weitere Anliegen, dieser und ähnlicher Gruppen ist, neben dem Missionieren, das Ereifern gegen Abtreibung und für (den lächerlichen) Kreationismus. Es wird auch von Bedrohungen gegenüber kritische Journalisten, durch diese Gruppe berichtet. Auch wenn er wegen seines neuen Amtes (nach Druck von außen) vielleicht dort austreten sollte, muß er ja trotzdem deren wirres Weltbild vertreten. Wie kann ein solcher Mensch “unser Präsident” sein?

Nein, ich sitze gerade nicht auf dem Klo

Ich sitze gerade in einem Café und schreibe, weil ich mein Notebook nicht dabei habe, meinen ersten Artikel mit einem Handy und werde ihn auch gleich von hier veröffentlichen.
Man könnte meinen, dass das fast schon was von Twitter hat. Aber natürlich fehlt hier die Beschränkung auf 140 Zeichen und Artikel in einem Blog zwingen einen durch die Quantität zu mehr Qualität. Man wird nicht zu Tweets verführt, wie:

Sitze grad aufm Klo und frage mich – warum kommt da nichts?

Die Welt will nichts von mobilen Schreibblockaden und anderen Alltäglichkeiten wissen. Das ist auch der Grund, weshalb auch viele Netcitizens Twitter links liegen lassen. Auch die Peinlichkeiten von Celebrities, Anbiederungen von Politikern oder Ergüsse anderer Gruppen interessieren selten.
Positiv finde ich lediglich die Möglichkeiten dieses Mediums, wichtige Nachrichten von unterwegs zu verbreiten – Augenzeugenberichte von Leuten über Ereignisse, Katastrophen oder Erstaunlichem. Und ich warte auf den Tweet, der der Welt mitteilt:

Leute, die Bundesregierung ist soeben zurück getreten!

Die Möglichkeiten sind da und mal sehen, ob ich in Zukunft in die Lage komme, so dringend von unterwegs mit dem Handy bloggen zu müßen (möchten?).

Es ist unsere Heimat

Er (oder Sie?) war gezungenerweise nicht hier. Er/Sie konnte nichts machen.

Wir können es!

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“>Space Monkey from 80″>Leo Burnett on Vimeo.

Gezwitscher